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Veranstaltungen Schlüchtern

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Tageslosung

Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern.
Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?

 

 

Schulpfarramt - eine der wichtigsten Schnittstellen
Broschüre zum Leitbild des Schulpfarramtes auf der Kreissynode Schlüchtern vorgestellt
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Präses Schmidt mit den Schulpfarrerinnen und Schulpfarrern Heike Bausch, Birgit Paul - Göttnauer, Axel Schudt und Achim Albrecht

Als erste Landeskirche in Deutschland veröffentlichte die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ein Leitbild für Schulpfarrerinnen und Schulpfarrer vor. In der Arbeitsgruppe wirkte auch Pfarrerin Heike Bausch (Bad Soden-Salmünster) mit, die als Schulpfarrerin an der Kinzig-Schule in Schlüchtern tätig ist. Sie stellte gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen in der Schule ihr Arbeitsfeld vor. Ungeahnt unterschiedlich, lebendig, abwechslungsreich, anstrengend, aber wertgeschätzt ist die Arbeit von Schulpfarrern. Das erfuhren die Kreissynodalen anlässlich ihrer jüngsten Sitzung beim interessanten Bericht der vier Schulpfarrer und –pfarrerinnen.

„Wir erzählen, was wir so machen“, begann Pfarrer Axel Schudt (Steinau), der an der Otto-Hahn-Schule in Hanau in Haupt-, Real- und Gymnasium in Vollzeitstelle unterrichtet. Neben dem Unterricht, an dem auch ein hoher Anteil Muslime teilnehme, gäbe es Arbeitsgemeinschaften und religionsbezogene Projekte, sowie Gottesdienste.

Pfarrerin Heike Bausch unterrichtet schwerpunktmäßig am beruflichen Gymnasium und den Fachoberschulklassen der Kinzig-Schule. Sie stellte ihre höchst niveauvollen Themen und Projekte zu weitgefächerten ethischen, religiösen Fragen vor, die sie mit den Jugendlichen erarbeitet und zu denen sie jährlich hochkarätige Fachbesucher zu einer Vortrags- und Fragerunde einlädt.

„Gespräche übers Leben“ in einfachem, rauem Sprachjargon von Jugendlichen führt Pfarrer Achim Albrecht mit den Lehrlingen und Berufsschülern der Kinzig-Schule. Sein Bericht erstaunte und berührte die Synodalen zutiefst. Denn die Jugendlichen, mit denen er zu tun habe, hätten oft bedrohliche Erfahrungen hinter sich, es gehe um existentielle, tiefgehende Fragen, die vor Themen wie Tod und Sterben, Krankheit, Pornographie, Todesstrafe, Vergewaltigung, Prostitution, die Wahrheit von Gebeten und Glauben nicht Halt machten. Ohne Lehrplan, ohne Bücher käme er in die Stunden, jedes Mal überrascht von vielen Fragen, die er nie anders als grundehrlich beantworten müsse. Und da „ist Gott sofort mit im Raum“, so Albrecht.

Pfarrerin Birgit Paul-Göttnauer erzählte von ihrer vielfältigen, „wunderbaren Aufgabe“ als Schulpfarrerin und in der Schulseelsorge an der Brüder-Grimm-Schule, Steinau. Besonders die Gottesdienste lägen inzwischen den Jugendlichen am Herzen, da sie selbst diese vorbereiteten und so verinnerlichten. Es gehe darum, als Schulpfarrerin um das Mitgestalten von Schule als Lebensraum.

Schulpfarrer sollen nicht nur «Lust auf Reli» machen, sondern einen Beitrag zur Erlangung zivilgesellschaftlicher Kompetenz leisten, sagte Michael Dohrs, Leiter des Referats Schule und Unterricht in der EKKW, bei der Veröffentlichung der Broschüre. So gehöre neben dem Religionsunterricht – wie ihn auch Religionslehrer erteilen – auch die Schulseelsorge zu den Aufgaben der Pfarrerinnen und Pfarrer. Für die 64 Schulpfarrer der Landeskirche mit hauptamtlichen Dienstaufträgen in unterschiedlichem Umfang, von denen 29 über eine offizielle Beauftragung für Schulseesorge verfügen, heiße das, dass sie auch Beratungsgespräche, Krisenintervention und Trauerarbeit anbieten. Sie setzten sich ein für «Räume der Stille» und Orte des Austauschs, laden ein zu Andachten sowie Schulgottesdiensten und fahren mit Schülergruppen zu Tagen der Orientierung, heißt es in der Mitteilung.

Aus Sicht der Landeskirche arbeiten die Schulpfarrer an einer der wichtigsten Schnittstellen von Kirche und Staat sowie Religion und Gesellschaft, erläuterte Dorhs. Für viele Kinder und Jugendliche seien sie manchmal der einzige Berührungspunkt mit dem Christentum. Deshalb sieht die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck die Arbeit der Religionslehrer und der Schulpfarrer auch in Zeiten knapper Kassen als bedeutenden Bestandteil ihrer Arbeit. «Es geht nicht vornehmlich um Kirche, es geht um Bildung als Angebot an die gesamte Gesellschaft», so Bischof Prof. Dr. Martin Hein im Geleitwort der Broschüre.

Neben den hauptamtlichen Schulpfarrern die an 30 Beruflichen Schulen, 32 Gymnasien und Gesamtschulen und an zwei Förderschulen unterrichten, erteilen auch viele Gemeindepfarrer zwei bis vier Wochenstunden evangelischen Religionsunterricht. Er ist – auch das macht die Broschüre deutlich – in Hessen ein ordentliches Lehrfach, das seinen Beitrag zum Bildungsauftrag der Schule leistet.

Die umfangreiche und attraktiv gestaltete Broschüre zum Leitbild des Schulpfarramtes richtet sich an Schulleitungen, Schulämter, Bildungspolitiker, Pfarrer, Synodale und alle Bildungsverantwortlichen im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Sie ist beim Referat für Schule und Unterricht der EKKW kostenlos erhältlich: Tel. 0561/9378-261, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Text: Gabriele Engelbert und medio/tv

Foto: Fredy F. Henning

Titelbild Broschüre: Nikolaus Frank (Kassel) ; medio.tv/Christian Schauderna

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