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Veranstaltungen Schlüchtern

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Tageslosung

Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern.
Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?

 

 

"Mensch Karin!"
Nachruf zum Tod von Karin Dannenmaier
k-karin-dannenmaier

Am 20. Juli 2018 verstarb nach schwerer Krankheit unsere wertgeschätzte und engagierte Kantorin Kirchenmusikdirektorin Karin Dannenmaier.

 

Karin Johanna Dannenmaier wurde am 12. November 1967 in Bad Säckingen geboren. Dass Karin schon als junger Mensch von tiefem Glauben getragen war, zeigt ihr Konfirmationsspruch aus dem Römerbrief: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben.“ (Röm 1,16)

Aus dieser Kraft Gottes hat sie gelebt, die Freude, die ihr im Glauben zugeströmt ist, die hat sie reichlich ausgeteilt – mit ihrem ganzen Wesen, aber vor allem in ihrer Musik.

Nach dem Abitur hätte sie nach dem Wunsch der Eltern eine Banklehre machen sollen. Doch ihr damaliger Orgellehrer überredete sie zum Studium der Kirchenmusik in Heidelberg. Was für eine wegweisende Fügung!

Neben dem Studium war sie bereits als Chorleiterin und Organistin in Heidelberg tätig. Im Januar 1998 trat sie die Stelle der Kantorin der Ev. Kirchengemeinde Salmünster-Bad Soden sowie der Bezirkskantorin im Kirchenkreis Schlüchtern an.

Von da an wurde sie im Bergwinkel heimisch. Ein Glücksfall und ein großer Segen für die Kirchenmusik in den Gemeinden und im Kirchenkreis.

Ihr Mann Klaus Brandt war mit unermüdlicher Unterstützung an Karins Seite – ob in der Kantorei oder im Kinderchor. Zunächst in Bad Soden, später in Schlüchtern.

So Vieles und Schönes hat Karin geplant und vorbereitet, geduldig geprobt und mühsam eingeübt. Gründlich war sie und gewissenhaft, hat lieber noch einmal mehr und einmal länger geprobt, damit es auch wirklich schön wird. Ihr kluger Humor war ansteckend, und er hat ihr auch über so manche Schwierigkeit hinweggeholfen. Sie begegnete Menschen immer auf Augenhöhe, bescheiden und unprätentiös.

In Dingen, die ihr wichtig waren, konnte sie beharrlich sein und hat sie freundlich aber bestimmt eingebracht.

„Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben.“

 

Mit dieser heiteren Glaubensgewissheit hat sie uns alle angesteckt. Ob ganz privat, oder eben als Kantorin, als Organistin und Orgellehrerin, als Chorleiterin – bei den Großen oder den Kleinen. Sie hat Talente und Begabungen erkannt und gefördert, und sie hat es auch verstanden, die Schwächeren mit einzubinden.

Unzählige Gottesdienste hat sie mit ihrem Orgelspiel bereichert. Immer musizierte sie zur Ehre Gottes. Karin hat uns mit so viel schöner, heiterer, tröstender Musik beschenkt. Neben geistlichen Musiken an markanten Tagen des Kirchenjahres, fröhlichen Kinderchor-Musicals, Orgelspaziergängen oder Klosterhofserenaden, kamen auch viele große Werke unter ihrer Leitung zur Aufführung. So etwa die „Matthäuspassion“, die „Johannespassion“ und das „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach, das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms, die „Schöpfung“ von Joseph Haydn, sowie – im Rahmen des Bergwinkelkirchentages 2011 – die „Mass for Peace“ von Karl Jenkins.

In der Landeskirche war Karin Dannenmaier unter anderem Mitglied der liturgischen Kammer und stellvertretende Leiterin der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte. Sie wirkte zuletzt mit bei der Herausgabe des neuen Evangelischen Gesangbuches Plus. Als Dank für ihr vielseitiges Engagement wurde sie an Pfingsten letzten Jahres zur Kirchenmusikdirektorin ernannt.

Im vergangenen Jahr, das im Zeichen des Reformationsjubiläums stand, konnte Karin Dannenmaier mit viel Einsatz, Leidenschaft und Zeitaufwand das Musical „Mönsch Martin“ sowie die h-moll-Messe von Bach zur je zweifachen vielbeachteten und bejubelten Aufführung bringen.

Diese beiden großen Werke waren im Herbst die musikalischen Höhepunkte ihres Schaffens. Sich selbst hat sie die h-moll-Messe am 12. November zum 50. Geburtstag geschenkt.

Im Januar dieses Jahres wurde bei ihr eine schwere Krebserkrankung diagnostiziert, der sie am 20. Juli im Universitätsklinikum Marburg erlag.

Am 30. Juli wurde sie unter großer Anteilnahme auf dem Schlüchterner Friedhof beigesetzt. Die anschließende Trauerfeier in der Kirche stand ganz im Zeichen tröstlicher und hoffnungsfroher Kirchenmusik.

„Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrausen und Windessausen leuchtet der Sonnen gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille wird mich erwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht‘.“ (EG 449,12)

Text: Simone Schneider

Foto: privat