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Tageslosung

Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist!
Paulus schreibt: Ich will beten mit dem Geist und will auch beten mit dem Verstand; ich will Psalmen singen mit dem Geist und will auch Psalmen singen mit dem Verstand.

 

 

 

Gnädiger Gott und gnädige Mitmenschen
Erster gemeinsamer Gottesdienst des evangelischen Kooperationsraums Bergwinkel in Hintersteinau
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Dekan Hammann (hinten links) und die Pfarrerinnen und Pfarrer des Kooperationraums Bergwinkel

Steinau-Hintersteinau (bak). Den Reformationstag haben die evangelischen Kirchengemeinden im neuen Kooperationsraum Bergwinkel jüngst erstmals mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Hintersteinauer Kirche gefeiert. „Bei der Reformation ging es darum, dass die Menschen wieder entdeckten, dass sie in der Gnade Gottes leben“, fasste Pfarrerin Christiane Unverzagt zusammen, nachdem die Mitglieder der Kirchenkreisband „No Notes“ bereits mit lauten Hammerschlägen auf ihre Sicht der Dinge aufmerksam gemacht hatten: „Das Erfrischendste an der Reformation ist die Übersetzung der Bibel“, hieß es dabei.

Den ersten gemeinsamen Gottesdienst gestalteten die Akteure einerseits modern, mit rhythmischer Musik, andererseits mit Blick auf die Zeit, in der Luther lebte. So gab Pfarrerin Unverzagt den Johann Tetzel mit seinem: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt“, um die Gedankengänge damaliger Zeit lebendig zu machen. Die Menschen glaubten damals, dass man sich mit Geld von seinen Sünden loskaufen kann. Und das Geld sei ja auch für einen guten Zweck: In Rom, wo der Papst, der Stellvertreter Christi, wohnt, da sollte ein großer Dom erbaut werden, der Petersdom. Das sei nicht mehr als Recht gewesen.

Pfarrer Wilhelm Laakmann fragte Tetzel, wieso er und seine Zeitgenossen auf die Idee gekommen seien, sich durch irgendetwas loskaufen zu können von den Folgen eigenen Versagens, den Folgen selbstverschuldeter oder unverschuldeter Missetaten, ja sogar von Gräueltaten, schierer Boshaftigkeit und Eigensucht. Und wieso das Loskaufen durch Leistungen oder Geld, ersatzweise dem Einsitzen in der Hölle dienen sollte. Heute hingegen sei vielen der verheißene Himmel völlig egal. Nicht die Frage nach einem gnädigen Gott bewege die Menschen, sondern die Frage nach dem gnädigen Mitmenschen.

Um über die heutige Sicht auf den Glauben zu sprechen, bot der gemeinsame Gottesdienst am Reformationstag einen Rahmen bei Glühwein und Punsch, dessen verheißungsvoller Duft bereits den Eintritt in die Kirche begleitete. Zuvor aber hatten die jungen Musiker um Bandleader Roland Pfeiffer ein anspruchsvolles und stimmiges Programm zum Gottesdienst beigesteuert. „Schaffe mir ein reines Herz“, zitierten sie den Psalm 51 in englischer Sprache. Tracy Capmans Song „Talking About A Revolution“ wandelten sie kurzerhand um in „Talking About A Reformation“. Sie intonierten das Segenslied „The Blessing“ und gaben zum Abschluss noch Bob Dylans „Knocking On Heavens Door“. Martin Luthers „Ein feste Burg ist unser Gott“ durfte nicht fehlen, das in der gut besetzten Kirche von vielen Gottesdienstbesuchern mitgesungen wurde.

Dass die anwesenden Pfarrer des Kooperationsraumes Bergwinkel aus den Gemeinden Salmünster-Bad Soden, Steinau-Hintersteinau, Hohenzell-Ahlersbach-Bellings und Wallroth-Breitenbach-Kressenbach am Ende des Gottesdienstes eine Urkunde unterschrieben, machte ihren Willen deutlich, dass sie ihre Zusammenarbeit verstärken wollen. Gemeinsam wollen sie zuverlässige Ansprechpartner für die Menschen ihrer Gemeinden sein und dem Kooperationsraum eine entsprechende Form geben.

 

 

Text und Foto: Barbara Kruse

Mit ferundlicher Genehmigung der GNZ