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Veranstaltungen Schlüchtern

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Tageslosung

Wo Träume sich mehren und Nichtigkeiten und viele Worte, da fürchte Gott!
Wenn es jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt.

 

 

 

Begegnungen und Austausch
Studienreise des Kirchenkreises Schlüchtern führte nach Estland
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Foto (F.F.Henning): Die Pfarrkonferenz Schlüchtern gemeinsam mit Bischof Tiit Salumäe vor dem Konsistorium in Tallinn

Schlüchtern/Tallinn (yg). Mit vielfältigen Eindrücken kehrte die Pfarrkonferenz Schlüchtern von einer 10tägigen Studienreise nach Estland zurück. Unter der Leitung von Dekan Wilhelm Hammann waren die 15 Pfarrerinnen und Pfarrer beeindruckt von den Begegnungen und Gesprächen mit den estnischen Kolleginnen und Kollegen sowie der Gastfreundschaft, die sie erlebten.

Für viele war die Feier eines Gottesdienstes nach lutherischer Liturgie mit Abendmahl und einer Taufe der Höhepunkt der Studienreise.
„Das Pastoralkolleg des Kirchenkreises Schlüchtern am östlichen Rand der EU hat die ökumenischen und europäischen Beziehungen zur evangelisch-lutherischen Kirche Estlands gestärkt“, betonte Dekan Hammann als Resümee der Begegnung. „Zudem hat es die Augen dafür geöffnet, wie evangelische Kirche innerhalb sehr anderer Rahmenbedingungen das Evangelium zu Gottes Lob verkündigt“, so der Schlüchterner Dekan.

Mit einer Vorbereitungszeit von über einem Jahr wurde gemeinsam mit Studienleiter Pfarrer Dietrich Hannes Eibach vom Studienseminar Hofgeismar ein abwechslungsreiches und vielfältiges Begegnungsprogramm geplant und durchgeführt.
Die Hauptstadt Tallinn, das ehemalige Reval, deren mittelalterliche Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe gehört und beliebte Destination der Kreuzfahrtschiffe ist, war die erste Station der Studienreise. Die 800jährige Geschichte der Deutsch-Balten war dabei ebenso Thema wie die jetzige politische und religiöse Situation des jungen seit 1991 wieder selbstständigen Staates an der Ostsee. Der deutsche Historiker Martin Schröder, der seit mehreren Jahren in Tallinn lebt, vermittelte fundiert die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte sowie den aktuellen Stand. Aber auch Kultur und Natur – besonders die sogenannten Weißen Nächte – kamen nicht zu kurz.

In Tallinn fanden weitere Begegnungen statt: der Austausch mit Bischof Tiit Salumäe von der estnischen Kirchenleitung, ein Nachmittag bei Pastor Matthias Burghard von der Evangelisch-Lutherischen Deutschen Erlösergemeinde sowie ein Besuch in der deutschen Botschaft und ein Gespräch mit Kulturattaché Clemens Hellemeier.

Weitere Stationen waren die Städte Narva an der russischen Grenze, die Universitätsstadt Tartu sowie eine Kirchengemeinde westlich von Tallinn.
Dort besichtigten die Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenkreises Schlüchtern die Gemeinde von Pfarrerin Annika Laats. Die Kirche von Harju-Risti ist liebevoll renoviert, auch mit Mitteln aus der Europäischen Union. Ein besonderer Schwerpunkt in dieser Gemeinde ist u.a. die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Begleitung von trauernden Eltern. Am Kindergrabmal finden regelmäßig Beisetzungen von „Sternenkindern“ statt.
Die Gäste aus Hessen waren beeindruckt von der erlebten Gastfreundschaft, Gelassenheit und dem Gottvertrauen der estnischen Kolleginnen und Kollegen. Voller Respekt wurde zur Kenntnis genommen, dass diese zumeist mehreren Berufen nachgehen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Gerne wären die Pfarrerinnen und Pfarrer auch noch Anfang Juli beim großen nationalen identitätsstiftenden Sängerfest der Esten dabei gewesen, das seit 1869 gefeiert wird und alle fünf Jahre stattfindet. Dekan Hammann lud in diesem Zusammenhang die Gastgeber in Estland zu einer Begegnung mit der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte unserer Landeskirche in Schlüchtern ein.