Sprengel Hanau-Hersfeld - KINI IN DER KIRCHE NOVEMBER

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Tageslosung

Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen.
Als Jesus das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren geängstet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.
KINI IN DER KIRCHE NOVEMBER
logo-kidk
Fr, 15. November 2019, 19:30
Evangelische Christi Himmelfahrtkirche Altengronau
Ulrich-von-Hutten-Straße
36391 Sinntal
06665 8341

In der Reihe "Kino in der Kirche" zeigen wir untenstehenden Film.

Veranstaltungen der nichtgewerblichen Filmarbeit unterliegen einem Werbeverbot. Der Filmtitel kann erfragt werden.

Der Film zeigt Hape Kerkelings Kindheit und Jugend in der Ruhrgebietsstadt Recklinghausen. Anfang der 1970er Jahre zieht die Familie des achtjährigen Hans-Peter vom ländlichen Teil Recklinghausens, wo sie bei den väterlichen Großeltern gelebt hat, in das Haus der mütterlichen Großeltern im Nordviertel der Stadt. Hier wächst Hans-Peter auf. Seine Oma Änne betreibt einen Tante-Emma-Laden. Dort beobachtet und belauscht er die Klatsch- und Tratschgeschichten der Kunden und spielt sie später seiner Oma komödiantisch parodierend vor. Auch seine Familie bringt er mit seinen Parodien auf Menschen aus dem Umfeld oder Prominenten aus dem Fernsehen zum Lachen. Sein Vater ist Schreiner und häufig länger auf Montage, und dann lasten Hausarbeit und Erziehung von Hans-Peter und seinem großen Bruder Matthes auf seiner Mutter Margret, die sich oft überfordert und einsam fühlt.

Oma Änne kauft ihren Enkelkindern ein Pferd samt Kutsche und Stall. Hans-Peter ist ein unsportliches, moppeliges Kind. Als er es beim ersten Mal Reiten auch mit Hilfestellung nicht richtig herum auf sein Pferd schafft, beschließt er, seine Ungeschicklichkeit komödiantisch einzusetzen. Er reitet einfach ein paar Runden falsch herum sitzend und belustigt so die ganze Familie.

Das Zusammenleben der Großfamilie mit Großeltern, Tanten, Onkeln, Cousins und Cousinen ist nicht reibungslos, aber geprägt durch menschliche Wärme und Zusammenhalt, was bei den ausgelassenen und ausschweifenden Familienfeiern zum Ausdruck kommt. Beide Großeltern und besonders die beiden Großmütter kümmern sich liebevoll um die Erziehung des Jungen. Sie sind Bezugspersonen und emotionale Stütze für Hans-Peter. Als er bei einer Karnevalsfeier als Prinzessin verkleidet erscheint, verdrehen einige amüsiert die Augen, aber Oma Bertha erklärt resolut: „Hans-Peter bleibt eben Junggeselle! Und nun ist Schluss!“. Oma Änne sagt ihm kurz vor ihrem Tod eine große Karriere voraus.

Nach einer unglücklich verlaufenen Kieferhöhlenoperation, durch die sie Geruchs- und Geschmackssinn verliert, verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Mutter, ihre psychischen Probleme verstärken sich, und sie verfällt immer häufiger in Depressionen. Hans-Peter gelingt es deshalb immer seltener, sie mit seinen Späßen aufzuheitern. In dieser bedrückenden Situation beschließt sein Opa – in Anspielung auf den Filmtitel – mit Hans-Peter zu verreisen. Beide verleben zusammen zwei unbeschwerte Wochen in den Bergen. Der Zustand der Mutter hat sich währenddessen weiter verschlechtert, einen Klinikaufenthalt lehnt sie jedoch ab.

Eines Abends begeht seine Mutter – gesundheitlich geschwächt und zermürbt von ihren depressiven Zuständen – mit einem Medikamentenmix Selbstmord. Sie verliert das Bewusstsein, während Hans-Peter – den Ernst der Lage nicht richtig einschätzend – neben ihr im Bett einschläft. Als der Vater am Morgen von der Nachtschicht heimkommt, kommt die Mutter noch in eine Klinik, aber letztendlich kommt jede Hilfe zu spät und sie verstirbt dort nach einiger Zeit. Für Hans-Peter ist der Suizid der Mutter ein traumatisches Erlebnis. Bei der Trauerfeier schleudert er seinen Blumenstrauß schreiend in Richtung Sarg. Aber auch in dieser tiefen Krise fängt ihn seine Familie auf.

Wiederholt ist im Film die Voiceover-Stimme des Jungen zu hören, er hätte sich mehr anstrengen sollen (um seine Mutter zu retten). Nach dem Tod der Mutter ziehen die väterlichen Großeltern ins Haus und übernehmen fürsorglich die weitere Erziehung von Hans-Peter. Bei einem Hausbesuch, auf den Hans-Peter Oma und Opa geschickt vorbereitet hat, stimmt auch die Dame vom Jugendamt dieser Lösung zu.

Als Hans-Peter in der Schule in einem Theaterstück die Hauptrolle des Hans Dampf übernehmen soll, lehnt er zunächst ab. Als er sich schließlich anders besinnt, bekommt er doch noch eine Mini-Rolle als Hausmeister, der nur einen Satz zu sagen hätte. Durch spontane Erweiterung seines Texte und seinen komödiantischen Auftritt bringt er den gesamten Saal zum Lachen. Die Figur des Hausmeisters ähnelt in ihrem Aussehen Horst Schlämmer.

Am Ende schwenkt die Kamera auf die alte Eckkneipe, die es heute noch gibt. Drinnen läuft auf einem großem Fernseher ein Beitrag von Horst Schlämmer, einer Kunstfigur des heute erfolgreichen Fernsehstars Hape Kerkeling. In der letzten Filmsequenz laufen alle Verwandten und Freunde ausgelassen fröhlich über Wiesen. Der kleine Hans-Peter dreht sich um und erblickt den Hape Kerkeling der Gegenwart. Im Schlussmonolog aus dem Off ist zu hören, wie ihn all diese Menschen geprägt haben.