Sprengel Hanau - Sprengel Hanau

Tageslosung

Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte einnimmt.
Lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.

 

 

Bischof Hein besucht St. Vinzenz-Krankenhaus und Hospiz Louise de Marillac in Hanau
Schwerpunkt Krankenhausseelsorge und Palliativversorgung
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v.l.n.r.: Dekan Dr. Martin Lückhoff, Stellv. Propst Bengt Seeberg, Pfarrer Hans-Joachim Roth, Christa Kuhn, Leiterin des Hospiz Louise de Marillac, Annette Böhmer, Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst, Dr. Patrick Kuhmünch, ärztlicher Leiter des Palliativteams Hanau, Nicola Haupt, Fachreferentin für Sonderseelsorge im Landeskirchenamt, Pfarrerin Beatrice Weimann-Schmeller, Bischof Dr. Martin Hein, Dr. Maria Haas-Weber, Vorsitzende des Fördervereins Palliative Patienten-Hilfe Hanau e.V.

Hanau. Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, besuchte am Donnerstag das Krankenhaus St. Vinzenz in Hanau. Zum Auftakt seiner Visitation der Krankenhausseelsorge stand die Palliativversorgung, also die ganzheitliche Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen, im Mittelpunkt. In der Region Hanau ist die palliative Versorgung nahezu optimal aufgestellt, führten die Beteiligten im Gespräch aus und stellten der Delegation das Palliativnetzwerk vor.

Dr. med. Gerd Lautenschläger plädierte dafür, Onkologie und Palliativmedizin zusammen zu denken. Dies geschehe in der onkologischen Abteilung des St. Vinzenz-Krankenhauses bereits seit langem, wo auch palliative Belegbetten bereit stehen. Schon sehr früh sei in Hanau ein nachhaltiges Netzwerk aufgebaut worden. Seit 15 Jahren betreibt der Orden der barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul das stationäre Hospiz Louise de Marillac mit acht Betten direkt neben dem St. Vinzenz-Krankenhaus. Seit 2007 gibt es darüber hinaus das Palliativteam Hanau, das die ambulante Versorgung von etwa 60 bis 70 Sterbenden im Main-Kinzig-Kreis sicherstellt. Die Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst koordiniert das breite ehrenamtliche Engagement auf diesem Gebiet, während der Förderverein Palliative Patienten-Hilfe Hanau e.V. sich politisch und gesellschaftlich stark macht für einen würdigen Umgang mit sterbenden Menschen. Pfarrerin Beatrice Weimann-Schmeller und Pfarrer Hans-Joachim Roth sind beide eng in dieses Netzwerk verwoben und engagieren sich auf mehreren Ebenen dafür, dass neben medizinischen, pflegerischen und psychologischen auch spirituelle Aspekte geachtet werden. Dies gehöre von Anfang an mit in das Spektrum der Palliativmedizin, aber eine auskömmliche Finanzierung stehe noch aus.

Im Hospiz Louise de Marillac traf sich die Delegation in leicht veränderter Zusammensetzung, um mehr aus der Praxis des Netzwerkes zu hören. Dr. Patrick Kuhmünch, der ärztliche Leiter des Palliativteams Hanau, führte in einen fiktiven Fall ein, der oft mit dem Satz „Wir können hier nichts mehr für Sie tun“ beginnt. Ab da könne die Palliativmedizin aber noch sehr viel tun, um die Lebensqualität so hoch wie möglich zu erhalten und Menschen in ihrer vertrauten Umgebung zu begleiten. Je nach Bedürfnissen und Möglichkeiten werden im Netzwerk abgewogene Entscheidungen getroffen. Dabei spielen auch die Bedürfnisse der Angehörigen eine große Rolle. „Bei uns können Angehörige am Ende auch wieder nur Angehörige sein und müssen nicht noch zugleich Pflegekraft sein“, erläuterte Christa Kuhn einen Aspekt, der besonders im stationären Hospiz wichtig ist. Auch auf ehrenamtlicher Basis steht ein unterstützendes Netzwerk zur Verfügung. Annette Böhmer, die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst, wünscht sich eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit, denn die Angebote seien oft nicht bekannt. Dr. Maria Haas-Weber, die Vorsitzende des Fördervereins Palliative Patienten-Hilfe Hanau e.V., betonte, dass es nun nötig sei, die Situation der alten Menschen in den Pflegeeinrichtungen stärker in den Blick zu nehmen und zu verbessern. Auch hier könne die Palliativmedizin viel Gutes bewirken, aber man stehe da noch am Anfang. Bischof Hein zeigte sich am Ende eines intensiven Austausches erfreut über die gute Einbettung der Krankenhausseelsorge in ein lebendiges Netzwerk, das eindeutig am Patientenwohl orientiert ist. „Dies in einem ökonomisch aufgestellten Gesundheitssystem wieder stark zu machen, ist eine wichtige Aufgabe“, betonte Hein abschließend.